Die alte Welt fährt aus der Haut.
Genug von der Misere!
Und alles trägt Kokarden, schaut!
Es rührt sich die Galeere.
Nun wandre rüstig durchs Gebiet!
Mach unsrer Sache Ehre,
Mein Lied! Mach unsrer Sache Ehre!
Ach wenn doch schon im fünften Stock
Uns grüßten die Kokarden!
Das Elend im zerrißnen Rock
Mißtraut noch unsren Garden.
Man stirbt. Mach, daß das Leben blüht,
Und steig in die Mansarden,
Mein Lied! Und steig in die Mansarden!
Der Arme, der in Qual and Qualm
Ein Leben lang gelitten,
Sah, wie die Wuchrer seinen Halm
Ihm vor der Nase schnitten
Was nützt die Frucht ihm, die geriet?
Brich ein in ihre Hütten,
Mein Lied! Brich ein in ihre Hütten!
Der Händler preßt den armen Mann. A-Teil
Was solln die schönen Reden!
Das hört sich demokratisch an
Und soll uns nur verblöden
Rück diesen Krämern aufs Gemüt!
Mach Krach in ihren Läden
Mein Lied!
Mach Krach in ihren Läden!
Der Hetzer spricht: Man treibt dich aus, A. Teil
Dein Hab ist fur die Mäuse.
Der kleine Mann denkt: Schließ das Haus,
Sonst plündert uns der Geuse.
Schau, wie die dumme Schnecke flieht!
Dring ein in ihr Gehäuse,
Mein Lied!
Dring ein in ihr Gehäuse!
Zum Heer gepresst wird jeder Knecht.
Man sucht nicht mit Laternen.
Das arme Volk, gewürgt, geschwächt,
Muß Unterwerfung lernen.
Die Kette hat ein schwaches Glied!
Mach Lärm in den Kasernen,
Mein Lied!
Mach Lärm in den Kasernen!
Text: Eugène Pottier, Paris, 1848
übersetzt von Erich Weinert, 1951
Musik: Michael Zachcial